Rückenschmerzen im Homeoffice: 5 Übungen, die sofort helfen
Von Lukas Kremer, Physiotherapeut & Sportphysiotherapeut | Praxis Kremers, Petersberg bei Fulda
Seit dem Boom des Homeoffice klagen immer mehr Menschen über Rücken- und Nackenschmerzen. Was früher der Bürostuhl im Großraumbüro war, ist heute der Küchenstuhl oder das Sofa – und der Körper zahlt den Preis. Als Physiotherapeut in Petersberg bei Fulda sehe ich täglich Patienten, die genau dieses Problem kennen.
Warum das Homeoffice Ihren Rücken ruiniert
Das Problem ist nicht das Sitzen an sich, sondern das einseitige, statische Sitzen über viele Stunden. Im Körper fehlt die natürliche Bewegungsvielfalt, die wir im normalen Alltag hätten – der Gang zum Kopierer, die Treppe ins nächste Stockwerk, das Gespräch mit dem Kollegen am anderen Ende des Flurs.
Bereits 30 Minuten statisches Sitzen erhöhen die Druckbelastung auf die Bandscheiben um bis zu 40 % im Vergleich zum aufrechten Stehen.
Die 5 häufigsten Fehler im Homeoffice
Bevor wir zu den Übungen kommen, lohnt es sich, die typischen Fehler zu kennen:
- 1.Laptop auf dem Schoß oder Sofa – der Bildschirm ist zu tief, der Kopf hängt nach vorne
- 2.Keine Pausen – wer 3 Stunden am Stück sitzt, schadet seinem Rücken nachhaltig
- 3.Schlechte Beleuchtung – führt zu Schiefhaltungen
- 4.Stress und Anspannung – unbewusstes Hochziehen der Schultern
- 5.Kein Ausgleichssport – der Körper bekommt keine Chance zur Regeneration
5 Übungen, die sofort helfen
Übung 1: Die Brustkorb-Öffnung (2 Minuten)
Setzen Sie sich aufrecht auf die Stuhlkante. Verschränken Sie die Hände hinter dem Kopf. Atmen Sie tief ein und öffnen Sie dabei den Brustkorb nach oben und hinten. Halten Sie 3 Sekunden, atmen Sie aus. 10 Wiederholungen. Diese Übung dehnt die Brustmuskulatur und stärkt die Rückenstrecker.
Übung 2: Der Kinn-Tucking (90 Sekunden)
Sitzen Sie aufrecht. Ziehen Sie das Kinn langsam nach hinten, als würden Sie einen Doppelkinn machen. Halten Sie 5 Sekunden, lösen Sie langsam. 15 Wiederholungen. Diese Übung korrigiert die Vorwärtshaltung des Kopfes und entlastet die Halswirbelsäule.
Übung 3: Schulterblatt-Kreisen (2 Minuten)
Lassen Sie die Arme locker hängen. Kreisen Sie die Schulterblätter langsam nach hinten unten. 10 Kreise vorwärts, 10 rückwärts. Diese Übung aktiviert die oft vernachlässigten Schulterblatt-Stabilisatoren.
Übung 4: Der Hüftbeuger-Stretch (3 Minuten)
Stehen Sie auf. Machen Sie einen großen Schritt nach vorne. Das hintere Knie senkt sich Richtung Boden. Halten Sie die aufrechte Haltung und schieben Sie die Hüfte leicht nach vorne. 30 Sekunden pro Seite. Langes Sitzen verkürzt den Hüftbeuger – diese Übung gleicht das aus.
Übung 5: Die Katze-Kuh-Bewegung (2 Minuten)
Stellen Sie sich hinter Ihren Stuhl und stützen Sie sich auf der Lehne ab. Wechseln Sie langsam zwischen einem Rundrücken (Katze) und einem Hohlkreuz (Kuh). 15 Wiederholungen. Diese klassische Yoga-Übung mobilisiert die gesamte Wirbelsäule.
Wann sollten Sie einen Physiotherapeuten aufsuchen?
Übungen helfen bei funktionellen Beschwerden. Es gibt jedoch Warnsignale, bei denen Sie unbedingt einen Arzt oder Physiotherapeuten aufsuchen sollten:
- →Schmerzen, die in Arme oder Beine ausstrahlen
- →Taubheitsgefühle oder Kribbeln
- →Schmerzen, die nachts stärker werden
- →Schmerzen nach einem Sturz oder Unfall
- →Schmerzen, die trotz Übungen nach zwei Wochen nicht besser werden
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